Festzug am Heimatfest-Sonntag
Es ist Heimatfestsonntag in Heideck. Um 14 Uhr hallen drei Böllerschüsse über die Stadt und jeder weiß: Jetzt beginnt der traditionelle Festzug. In 46 Gruppierungen zieht er anschließend durch die Straßen, vorbei an den applaudierenden Zuschauern. Bangen Blickes hatte man am Vormittag zum Himmel geschaut. Jetzt aber strahlte die Sonne von einem weißblauen Himmel und drei Störche schauten interessiert vom Rathausdach auf den Marktplatz herunter. Ein betagter, tuckernder Lanz-Bulldog fuhr voran. Auf einem Schild stand das Motto des Festzugs: „Heideck von den Kelten bis zum Dreißigjährigen Krieg“. Bekanntlich dauerte dieser Krieg von 1618 bis 1648, während das Reich der Kelten von etwa 700 vor Christus bis etwa 400 nach Christus bestand.
Landsknechte eskortierten den Heidecker Trommlerhaufen, der mit markanten Trommelschlägen den Takt vorgab. Für die weitere musikalische Abwechslung sorgten die Stadtkapelle Hilpoltstein zusammen mit der Stadtkapelle Heideck, die Pleinfelder Blasmusik und die Blaskapelle Jahrsdorf. Es folgte der bunte Blumenwagen des Obst- und Gartenbauvereins, begleitet von den Blumenkindern des Städtischen Kindergartens. In feierliche Roben gewandet schritt der Stadtrat einher. Der Stammtisch Fanny stellte Friedrich II. von Heideck (1345 – 1423) und sein Gefolge. Die einstige Burg auf dem Schlossberg und ihre Bewohner wurden von der Freiwilligen Feuerwehr und den Kindern des Katholischen Kindergartens verkörpert. Da durften auch Gaukler, Musikanten und Spielleute vom Tanz(t)raum Barotti nicht fehlen. Der SC Heideck ließ die Bauern ihren Zehnt zur Burg bringen.
Die Druiden waren hochangesehene keltische Priester und Glaubensvermittler. Sie zu verkörpern fiel der KLJB Laibstadt zu. Rauer ging es bei den Pfeifenköpfen Tautenwind ans Werk, denn sie schmiedeten Waffen. Die Fußballabteilung des TSV Heideck wohnte in einem Keltenhaus und ging auf die Jagd. Die Keltenkinder kamen vom Katholischen Kindergarten, die Händler und Marktleute von der KLJB Liebenstadt und vom Sportkegelclub „Auf geht’s“. Der Kaufmannszug wurde von den Heimatfreunden Rudletzholz verkörpert, die auch mit Soldaten das Geschehen bewachten.
Die Kleeblattfans waren als ehrbare Kreuzritter unterwegs, der Patenkompanie der Bundeswehr gefielen die Raubritter besser. Mehr mit der Frömmigkeit hielt es der Werk- und Bastelverein, der sich die Kapell samt Bischof auserkoren hatte. Da passten die Ministranten als Priester, Mönche und Nonnen dazu. Eine Stadt wird von Bürgerinnen und Bürgern bewohnt. Die kamen vom Fischereiverein. Besonders gefährlich waren Brände. Die löschte die Freiwillige Feuerwehr Selingstadt unter Mithilfe der Bürger, wobei die Umstehenden auch etwas vom Löschwasser abbekamen. Die Verteidigung der Stadt übernahm die Söldnergruppe der Tennisabteilung des TSV Heideck zusammen mit der Bürgerwehr des Schützenvereins. Der Skiclub machte Gefangene, die dem Stopselclub Schlossberg übergeben wurden, der mit Richter, Henker, Pranger und Galgen zur Stelle war.
Wichtig waren die Handwerker. Ihre Tätigkeit als Tuchmacher und Färber demonstrierte die „Geselligkeit“. Die Laffenauer Hulzfuchs’n waren in der dampfenden Backstube zugange. Kranke waren bei der Außenwohngruppe von Regens Wagner gut aufgehoben. Aber es gab auch vermeintliche Hexen, die natürlich aus der Heidecker Hexenstube kamen. Schlimm grassierte oft die Pest. Davon zeugte der MSC Jura, der auch akrobatische Fahrkünste vorführte. Am Ende des Zuges fuhren die „Spreewaldfreunde“ mit ihren historischen Fahrzeugen aus der DDR-Produktion. Ein hupender Trabbi bildete das Schlusslicht. Der Festzug endete vor dem Festzelt, wo es endlich wohl mehr als eine „Hydration Break“ gab.