Neuer Familienerlebnispfad für Schloßberg

Foto: Manfred Klier

Es ist noch gar nicht lange her, da stand in Heideck auf einem Wegweiser „Erholungszentrum Schlossberg“ zu lesen. Wer allerdings der  Straße rund drei Kilometer hinauf zum Schlossberg folgt, sein Auto auf dem Parkplatz abstellt und dann den Rest des Weges zu Fuß weitergeht, findet zwar einen idyllischen Wanderweg mit herrlicher Aussicht bis zum Brombachsee, aber er findet auch einen Spielplatz aus den 1970-er Jahren, der kaum noch zu nutzen ist. Vom Arbeitskreis Tourismus und weiteren engagierten Heidecker Bürgern wurde daher ein Konzept entwickelt, um das Naherholungsgebiet Schlossberg mit einem Familienerlebnispfad neu und attraktiv zu gestalten und damit den sanften Tagestourismus zu fördern.

Im März 2018 hatten der damalige 2. Bürgermeister Dieter Knedlik und der Arbeitskreis Tourismus mit der LAG-Managerin Sina Mixdorf ein erstes Gespräch geführt. LAG steht hier für Lokale Aktionsgruppe ErLebenswelt Roth e.V.. Das Projekt wurde weiter konkretisiert und die WerkGemeinschaft FreiRaumPlanung mit der Diplomingenieurin (FH) Bettina Frenzke mit der Planung beauftragt. Sie war auch schon beim Spielplatz am Nördlichen Stadtgraben tätig gewesen. Nachdem auch noch der LEADER-Förderantrag positiv beschieden worden war, konnten die Aufträge an die Landschaftsgärtnerei Knauer in Mischelbach und für die Spielgeräte vergeben werden. Im Juni 2020 war Baubeginn.

Inmitten der Baustelle für den Erlebnis-Spielraum informierten Bürgermeister Ralf Beyer, Bettina Frenzke, Sina Mixdorf und der technische Leiter Thomas Kohlbrand über den Baufortschritt. Mit dabei waren Klaus Götz und Franz Meier als Vertreter des Arbeitskreises Tourismus.

Der bisherige Spielplatz wird in den Bereich „Aktiv und Ausruhen“ umgestaltet. Er soll Familien und Gruppen besondere Bewegungserfahrungen ermöglichen. Ein Niedrigseilgarten auf einer Fläche von 16 mal 30 Metern dient der Stärkung von Koordinations- und Bewegungsfähigkeit. Auf einer Informationstafel werden Vorschläge für Gruppenspiele zu lesen sein. Unter schattigen Bäumen lädt eine Spielwiese zu Aktivitäten ein. Von einem unkonventionellen Ruhebereich mit Hängematten, Wellenliegen, Pavillon und einem schwebenden Steg geht der Blick weit hinaus zu den Höhen des Fränkischen Juras.

Der Erlebnisbereich „Wie lebten die Ritter?“ wird gerade am Westende des Höhenzuges erschlossen. Um den bestehenden kleinen Aussichtsturm – der ungehinderte Blick reicht bis zum Brombachsee – wird auf spielerische Weise auf historischem Boden an die Zeit der Ritter erinnert. Unweit dieser Stelle hatten dereinst die Herren von Heideck ihre Burg erbaut. Heimatgeschichte soll erlebbar gemacht werden. Eine „Burgruine“, ein Stall mit Holztieren, einheimische Nahrungspflanzen, Klettersteine aus Muschelkalk und verschiedene Spielgeräte wie etwa ein Stehkreisel mit Ritterfigur werden sicher Familien, Kitagruppen und Schulklassen anlocken. Den Eingang zum Spielplatz bildet „Das Wohnhaus der Ritter“. Das ist die hölzerne Burgfassade, hinter der sich ein Spielgerät mit Kletterturm verbirgt. Wer von alledem müde und hungrig geworden ist, kann an einem langen massiven Rittertisch „Tafeln wie die Ritter“. Das Rittermahl muss er allerdings selber mitbringen.

Besonders hervorzuheben ist, dass dieses Projekt in einer Kooperation mit engagierten Heideckern, Vereinen, der Schule und den Jägern verwirklicht wird. Dazu zählen die Gestaltung von Informationstafeln, die Holzverschalung der „Ritterburg“ durch den Werk- und Bastelverein und der Bau einer Hütte durch die Zimmerei Schwarz.

Die Bruttogesamtkosten wurden mit 166 011,24 Euro errechnet. Dazu gibt es 60 Prozent Zuschuss aus dem EU-Förderprogramm zur Entwicklung ländlicher Räume, wovon sich die EU mit 83,33 Prozent an dieser Zuwendung beteiligt hat. Nach Abzug der Kostenbeteiligung des Landkreises Roth und Bayerischer Landesmittel verbleiben der Stadt Heideck noch 68 717,06 Euro.

Im Frühjahr 2021 sollen dann beide Plätze fertiggestellt sein und eingeweiht werden.

 

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